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Führungspositionen in Deutschland

Frauen in Führungspositionen, Führungskräftemangel und den demografischen Wandel diskutieren Politik und Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen. Um die Verteilung von Geschäftsführern, Aufsichtsratsmitgliedern und -vorsitzenden, von Inhabern, Vorstandsmitgliedern und -vorsitzenden in Deutschland zu analysieren, hat die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel Daten von 2.799.955 Führungspositionen aus mehr als 700.000 Unternehmen hinsichtlich Alter, Geschlecht und bundesweiter Verteilung ausgewertet.

Hamburg ist die Hauptstadt der Führungskräfte
In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Führungskräfte wie in Hamburg. In der Hansestadt kommen auf 10.000 Einwohner 478 Chefinnen und Chefs. Aber auch die Werte in Sachsen mit 419 Führungskräften, in Brandenburg (413) und in Berlin (400) rangieren weit über dem Bundesdurchschnitt. Dieser liegt bei 347 Geschäftsführern und Co. je 10.000 Einwohner. Auf anteilig am wenigsten Führungskräfte in Deutschland bringt es Niedersachsen mit lediglich 295 Entscheidern je 10.000 Einwohner.

Brandenburg ist Spitzenreiter bei Frauen in Führungspositionen
Die Geschlechterverteilung bei den Führungspositionen schwankt je nach Bundesland zwischen rund 20 und 26 Prozent. Mit mehr als einem Viertel an weiblichen Führungskräften (26 Prozent) wartet Spitzenreiter Brandenburg auf. Aber auch in Mecklenburg-Vorpommern (25,7 Prozent), Sachsen-Anhalt (25,5 Prozent) und Sachsen (25,4 Prozent) ist der Anteil von Entscheiderinnen vergleichsweise hoch. Mit 24 Prozent Frauenquote entpuppt sich das Saarland als dasjenige alte Bundesland mit den meisten weiblichen Führungskräften. Am geringsten ist der Chefinnenanteil mit 20,1 Prozent indes in Baden-Württemberg ausgeprägt – gefolgt von Bremen (20,2 Prozent) und Bayern (20,9 Prozent).

13,6 Prozent der Führungskräfte befindet sich im Rentenalter
Während sich die meisten Geschäftsführer, Inhaber, Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder aus der Gruppe der 41- bis 50-Jährigen (29,6 Prozent) und der 51- bis 60-Jährigen rekrutieren (28,8 Prozent), ist der Anteil an Führungskräften mit 30 Jahren und jünger gering ausgeprägt. In der Altersklasse der jungen Erwachsenen von 18 bis 20 Jahren arbeitet nur jeder Tausendste (0,1 Prozent) in einer Führungsposition. Bei den 21- bis 30-Jährigen sind es 3,7 Prozent.
Apropos Entscheidernachwuchs wird sich in den nächsten Jahren einiges tun. Laut Statistik befinden sich 13,6 Prozent der Chefs und Chefinnen bereits im Rentenalter; demnach ist jede achte Führungskraft älter als 65 Jahre und bedarf bald einer Nachfolgeregelung.

Quelle: Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG, Hamburg